11. Januar 2010
Nachtrag …
Inzwischen bin ich wieder gut in Deutschland angekommen und fange gerade an mich wieder an das deutsche Leben zu gewöhnen. In ein paar Tagen geht es dann mit meiner Masterarbeit los und der nächste spannende Abschnitt beginnt.
Die letzten drei Wochen waren übrigens sehr schön. Wir haben den Urlaub sehr genossen und waren in Chicago, New York, Boston, Philadelphia, an den Niagara Fällen, in Washington D.C., Las Vegas, L.A. und San Francisco. Ein paar Fotos dieses Trips habe ich angehängt.
Jetzt wo ich wieder in Deutschland wohne, bin ich wieder über meine normale Handy- bzw. Telefonnummer zu erreichen.
Ich freue mich schon darauf, euch alles weitere persönlich erzählen zu können und euch alle bald wieder zu sehen!
Euer Simon
PS: Falls es jemand interessiert: Inzwischen haben wir auch die Noten für das Semester bekommen. Kurz gesagt: Es lief in jeglicher Hinsicht sehr gut!
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16. Dezember 2009
Der Abschied aus Platteville!?!
Es ist doch unglaublich, wie schnell vier Monate vergehen können. Auch wenn ich das Gefühl habe, als hätte ich eben erst ausgepackt und an meiner ersten Vorlesung teilgenommen, so ist in Wirklichkeit meine Zeit hier schon vorbei. Der letzte Monat war noch einmal richtig stressig und so bin ich leider nicht zum Schreiben gekommen. Ich will mich daher noch ein letztes Mal aus dem inzwischen verschneiten Platteville melden und den letzten Monat kurz zusammenfassen. Ein paar Bilder sind diesmal auch wieder dabei.
Studium
Wie ja schon gesagt, waren wir die letzten Wochen noch mal richtig beschäftigt. Neben den ganzen Projekten und Abgaben, die ohnehin zu meistern waren, mussten wir in jedem Fach noch eine extra Hausarbeit abgeben, da wir ja Masterstudenten sind. Was die ganze Sache zusätzlich verkomplizierte, war dass einer unsere Professoren wegen einer Notoperation ins Krankenhaus musste und bis zum Ende des Semesters nicht mehr wieder kam. Wir hatten ihn in zwei Fächern in denen er natürlich durch andere Professoren ersetzt wurde. Leider verlief der Übergang nicht so ganz flüssig. Es stehen daher auch noch nicht alle Noten fest und wir warten weiter gespannt.
In Computer Graphics haben wir unser Spiel erweitert, sodass es auch Licht und Beleuchtung unterstützt. Auf dieses Programm haben wir getreu dem Motto “Germany: Full Points!” natürlich die bestmögliche Punktzahl bekommen. Dies wiederum hatte den positiven Nebeneffekt, dass ich bereits vor der letzten Klausur genug Punkte hatte und den letzten Test nicht mehr mitschreiben musste. Die anderen beiden Klausuren haben wir Dienstag und Mittwoch (also heute) geschrieben.
Weihnachten
Wie ihr an den Bildern sehen könnt, ist sogar ein wenig Weihnachtsstimmung aufgekommen. Corey, mein Mitbewohner, hat eine Lichterkette besorgt und im Heimkino gegenüber wurde ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Dieser war in etwa halb so groß wie der Fernseher – nur um das mal in Relation zu setzen.
In der Mensa wurde sogar ein “festlicher” Abend abgehalten und es gab besonders gutes Essen. Von einem deutschen Standpunkt aus betrachtet, war aber keines der beiden wahr: Es war weder feierlich, noch war das Essen gut. Die Amerikaner hatten aber, wie man sehen kann, ihren Spaß.
Jetzt wo die ganzen Klausuren fast vorbei sind, machen sich auch die ganzen Bewohner unseres Wohnheims wieder auf den Weg nach Hause. Schon seit einiger Zeit werden also die ganzen Sofas, Sessel, Riesen-Flat-Screen-Fernseher und Spielekonsolen wieder aus den Zimmern gewuchtet. Über Weihnachten gibt es dann vermutlich viele neue Spiele und nächstes Jahr im Februar, wenn das nächste Semester beginnt, heißt es wieder: “Krieg im Wohnheim”!
Der erste und der zweite Schnee
Nach einem sensationell warmen Oktober und November hat uns hier in Platteville der Winter dann doch noch eingeholt. Bei bis zu -20° Celsius war es nicht sonderlich angenehm draußen. Zum Glück hatten wir ja genug zu tun und kamen kaum in die Versuchung das Zimmer zu verlassen. Nur einmal, da ist es passiert …
Es war letzten Mittwoch, als es plötzlich anfing aus allen Löchern zu schneien. Stunde um Stunde verging und es wollte einfach nicht aufhören. So gegen 22 Uhr war dann eine stattliche Menge an Schnee gefallen und obwohl wir eigentlich viel zu tun hatten, hielt uns nichts mehr an den Schreibtischen. Fast der gesamte Teil des Wohnheims, in dem ich untergebracht bin, packte sich in warme Kleidung und stürmte hinaus, um das wohl ambitionierteste Projekt aller Zeiten zu starten: Ein Iglu! Aber natürlich nicht irgendein Iglu, sondern eines in dem alle Erbauer (insgesamt 12 Leute) Platz finden sollten. Wir arbeiteten mit Hochdruck und nach knapp 3 Stunden war es fertig: Ein episches Monument aus Eis und Schnee! Es haben tatsächlich alle 12 von uns hinein gepasst, wie man auf diesem YouTube Video sehen kann. Es war ein großer Spaß und hätte sicherlich Generationen von Studenten eine Freude bereitet, wenn nicht kurz nach der Fertigstellung, in einem unbeaufsichtigtem Moment, ein paar fremde Studenten es einfach eingerissen hätten. Eine Frechheit! So bleiben leider nur Bilder und Erinnerungen an eines der sensationellsten Gebäude, die je in Platteville errichtet wurden.
Nach dem Bau sind wir dann natürlich ziemlich schnell ins Bett, denn zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, wir müssen nur 5 Stunden später wieder in die Vorlesung. Doch es sollte zum Glück anders kommen. Wie ihr vielleicht in den deutschen Nachrichten gesehen oder auf Spiegel Online gelesen habt, wurde aufgrund des vielen Schnees einfach mal der ganze Uni-Betrieb eingestellt und wir konnten ausschlafen und den Tag richtig genießen.
Das Ende
Soweit der letzte Monat. Während ich das hier schreibe, läuft im Keller die letzte Ladung Wäsche. Morgen wird dann gepackt und das Zimmer wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt. Am Freitag, um 5 Uhr morgens, geht dann unser Bus nach Chicago und es beginnt unser dreiwöchiger Urlaub. Geplant sind unter anderem Besuche in San Francisco, Los Angeles, Las Vegas, New York, Washington D.C., Boston und Chicago. Bei diesen spannenden Zielen werde ich sicher nicht mehr die Zeit haben, noch mal ausführlich zu schreiben, aber vielleicht schaffe ich es ja noch mal, ein paar Bilder hochzuladen. Da wir erst am 10.01.2010 wieder in Deutschland ankommen, wünsche ich euch zur Sicherheit schon jetzt:
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neues Jahr!
Es berichtete für Sie aus Platteville, Wiscosin, Simon Heckmann.
Übrigens: Auch Jan hat noch mal einen Eintrag in seinem Blog geschrieben und ein paar Bilder online gestellt.
Diesen Beitrag widme ich allen Leserinnen und Lesern! Ich freue mich euch bald wieder zu sehen!
Quotes of the day:
“I know that some of you people think that math isn’t as cool as it really is.”
“Und sei es unser letzter Tanz …”
“And now, the end is near, …”
Zum Abschluss noch mal zwei Seiten mit Bildern!
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17. November 2009
Unser Computerspiel …
Das ich mich schon wieder so lange nicht gemeldet habe, hat diesmal leider zwei Gründe: Zum einen fehlte mir schlicht die Zeit, zum anderen ist nicht wirklich etwas passiert. Wir haben eben einfach genug zu tun hier. Deshalb gibt es diesmal auch keine neuen Bilder, sondern nur einen kurzen Bericht. Zunächst soll aber mal das Zitat des Monats “Oktober” genannt werden:
“Germany: Full Points!”
Danke an alle, die abgestimmt haben! Wieder einmal habt ihr ein gutes Gespür dafür gehabt, welches Zitat uns hier so am meisten bewegt hat. Auch wenn wir hier viel zu tun haben, schneiden wir doch alle sehr gut ab und stehen mit sehr guten Noten da. Zwar ist bis zu den endgültigen Noten noch ein wenig Einsatz nötig, aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Space Garbage Shooter
Was uns besonders viel Zeit gekostet, aber auch besonders viel Spaß gemacht hat, ist unser Computerspiel, dass wir für Computer Graphics schreiben mussten. Dabei handelt es sich um einen Shooter bei dem man im Raumschiff durch das Weltall fliegt und auf Weltraumschrott schießt. Es gab 35 Punkte zu holen, aber unser Professor verteilte für besonders gute Programme bis zu 3 Bonuspunkte. Diese haben wir uns natürlich geholt, nicht zuletzt, weil es so viel Spaß machte. Ich sag nur: “Germany: More then full points!”
Das Spiel wird entweder mit der WiiMote, der Fernbedienung (engl. Remote) der Nintendo Wii Spielekonsole oder mit Maus und Tastatur gespielt. Wer möchte kann das Spiel hier herunterladen und mal ausprobieren. Es läuft auch ohne WiiMote mit Maus und Tastatur. Wichtig ist allerdings, dass ihr in der Systemsteuerung in den Regions- und Spachoptionen unter Standards und Formate auf Englisch (USA) umstellt, sonst werden die Modelle nicht richtig gelesen. Sollte das Programm dennoch nicht laufen, kann ich es auch nicht ändern.
Hier spielt es sich super und macht trotz seiner Primitivität eine Menge Spaß! Übrigens: Denkt dran nach dem Spielen wieder auf Deutsch zu stellen.
Das war es auch schon wieder. Ich danke allen Leser, die weiterhin durchhalten und mir nette Kommentare schreiben. Ich lese sie alle! Eine in den Kommentaren enthaltene Frage habe ich wie immer in der Q&A-Sektion beantwortet.
Quote of the day
“A circle is pretty symmetric as symmetry goes!”
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2. November 2009
Die Mafia kommt nach Platteville …
Und wieder ein Woche vorbei! Die Zeit rennt, wir kommen hier kaum noch hinterher und ihr musstet schon wieder ewig auf einen neuen Artikel von mir warten. Das tut mir sehr Leid und deshalb mache ich es auch gleich wieder gut: Es gibt nämlich diesmal gleich zwei Besonderheiten. Zunächst mal ist es wieder an der Zeit für – ja genau – das Quote of the Month. Diesmal sind es ein paar weniger, deshalb bekommt jeder nur zwei Stimmen. Das zweite Highlight des heutigen Artikels sind: Videos! Ich wünsche euch viel Spaß damit, allerdings solltet ihr vielleicht vorher den Bericht lesen, dann macht das alles mehr Sinn… Also los!
Das Umland von Platteville
Nachdem wir das letzte Wochenende eigentlich mal wieder nur mit Lernen, Projekten und Hausarbeiten verbracht haben, war es am Montag mal wieder Zeit für eine Rundreise in das Plattviller-Umland. Die Sonne schien und ich denke uns sind ein paar ganz schöne Fotos gelungen. Macht euch einfach selbst einen Eindruck. Der Rest der Woche wurde wieder gelernt, denn Stefan hatte am Donnerstag einen Test und wir anderen drei am Freitag zwei Quizzes. Danach sind wir dann in den Walmart gefahren, denn wir brauchten ja noch Halloween-Kostüme. Dazu aber später mehr. Für ein Quiz steht das Ergebnis zwar noch aus, aber bei dem anderen können wir mal wieder stolz sagen: “Germany: Full Points!”.
The one and only… Beer-Pong
Am Freitag hatten wir dann die Nase voll vom Schuften und wollten uns mal wieder ein ruhigen Abend machen. Da Stefans Mitbewohner über das Wochenende nicht da war, wollten wir ganz gemütlich ein Bierchen trinken und dann nicht zu spät ins Bett gehen. Es kam – wie sich das für ein Studentenwohnheim gehört – aber wieder ganz anders. Nachdem ich kurz zurück in mein Zimmer ging, um ein paar Süßigkeiten zu holen, musste ich feststellen, dass sich dort eine Verwandlung vollzogen hatte: Fleißige Hände hatten mein sonst so ruhiges Studienzimmer in Windeseile in eine Beer-Pong-Arena umgebaut. Dazu hatten sie aus allen möglichen Räumen die Schreibtisch-Trollies herbeigeschafft, um einen möglichst langen Tisch zu konstruieren und dann – ehe wir uns versahen – waren wir auch schon mitten drin und bekamen die Regeln erklärt: Im Prinzip geht es darum Tischtennisbälle in die mit Bier gefüllten Becher des gegnerischen Teams zu werfen. Trifft man das Ziel, müssen die den Becher dann austrinken. Also ein Trinkspiel im ganz klassischen Sinne. Es hat wirklich eine Menge Spaß gemacht. Leider hat das Bier hier so viel Ähnlichkeit mit Wasser, dass man nebenher noch mehr trinken müsste, damit man auch wirklich was merkt. Aber auch so ist es echt nett.
Das Fest des lachenden Kürbis
Am Samstag war es dann endlich soweit: Wir sollten unser erstes echtes amerikanisches Halloween erleben. Und wo könnte das besser gehen, als in Madison, einer echten Halloween Hochburg. Mit diesem Ziel im Hinterkopf ging es deshalb, wie ja bereits erwähnt, zum lokalen Maskenhändler (Walmart), um ein Kostüm zu erwerben. Nicht ganz entschlussfreudig dauerte es eine Weile, bis wir alle uns zu einer Verkleidung durchgerungen hatten: Andreas ging als Hippie, Stefan als Tod (Death) und Jan und ich als Mafia-Bosse, nachfolgend daher nur noch Al Janone und Don Simone genannt. Mit diesen Kostümen bepackt und vielen Schichten Kleidung darunter, ging es dann am Samstag Abend auf in das etwa 110 Kilometer entfernte Madison. Dort angekommen, suchten wir uns einen Parkplatz, legten letzte Hand an die Kostüme an, bezahlten die $10 Eintritt und stürzten uns in die Menge. Es war eigentlich einfach nur eine große Party in der die Leute die unterschiedlichsten Kostüme an hatten: Teletubbies, Darth Vader, Schlümpfe, Michael Jackson, Lego Steine, Tetris Blöcke, laufende Bananen, Zombies, Vampire, Leichen, und und und. Stellt euch irgendetwas vor – egal was – ich wette, es war dort unterwegs.
In den Menschenmassen war es gar nicht so leicht, sich nicht zu verlieren, weswegen wir schon bald unseren Frauenmagneten Andreas im Getümmel verloren, er aber mit drei Mädels, die er über irgendwen kannte, plötzlich wieder vor uns stand. Jetzt waren wir nicht mehr nur noch drei, sondern gleich sieben. Das machte die Sache nicht unbedingt einfacher. Nach einigem Umherlaufen auf dem Partygelände hatten wir dann genug und die drei Mädels (Natalie, Naomi und Kellsey) luden uns zu sich ein. Dort wärmten wir uns dann wieder auf, bestellten Pizza und erzählten ein paar Geschichten aus unserem Mafia-Alltag. Wir hatten eine Menge Spaß und es war fast 2 Uhr, bis wir uns wieder auf dem Weg zum Auto machten, um die lange Heimreise anzutreten.
Diesen Artikel widme ich meiner Tine – Es ist gar nicht mehr lange!
Quotes of the day:
“Death smiles at us all, all a man can do is smile back.”
“Excuse me, have you seen Death?”
“What happens if the wings of a Boeing tear off a lot earlier then you expect? – You supply every unit with duct tape and super glue!”
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21. Oktober 2009
Madison Madness!
Wow! Jetzt ist es schon wieder über eine Woche her, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Das liegt allerdings daran, dass nicht sonderlich viel passiert ist, letzte Woche. Erst am Wochenende haben wir dann mal wieder einen Ausflug gemacht, von dem ich euch gleich berichten werde. Eigentlich wollte ich das ja schon am Sonntag schreiben, aber irgendwie haben wir verschlafen, dass wir am Dienstag und am Mittwoch einen Test hatten und da war dann erst mal Lernen angesagt. Jetzt sind die Tests aber vorbei und ich kann mal wieder ausführlich bloggen. Also, getreu dem Titel dieses Blogs: “And here… we… go!”
Madison, the State Capitol
Wie schon die Wochen zuvor hatte auch die letzte Woche es wieder in sich, allerdings mit einem kleinen Unterschied: Der Freitag war frei! Inzwischen ist nämlich schon fast die Hälfte unserer Zeit hier vorbei und so gab es eine Art Kurzferien. Eigentlich wollten wir das lange Wochenende nutzen, um mal ausgiebig Urlaub zu machen, aber dann war schlechtes Wetter und einige von uns hatten noch einiges zu tun und so sind wir freitags in Platteville geblieben.
Samstag und Sonntag sollte das Wetter dann besser werden und so beschlossen wir, wenigstens einen kleinen Trip zu machen. Unser Ziel war die ca. 1,5 Stunden entfernte Hauptstadt des Staates Wisconsin: Madison. Am Samstagmittag ging es also los: Nach dem Brunch haben wir fix gepackt, eine Karte ausgedruckt und für umgerechnet 12,50€ das Auto bis zum Rand vollgetankt und nur eineinhalb Stunden stupiden geradeaus fahrens später, waren wir dann auch schon da. Wir hatten uns vorgenommen die Nacht von Samstag auf Sonntag in Madison zu verbringen, damit wir die Stadt voll und ganz genießen können. Aus diesem Grund machten wir drei (Jan, Stefan und ich) uns erst mal auf die Suche nach einem Hotel. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir das erste gefunden hatten. Da die für die Nacht aber $150 wollten, mussten wir noch ein wenig weiter suchen. Nach einigen weiteren verzweifelten versuchen und überteuerten Zimmerpreisen war es dann aber endlich so weit. Wir wollten gerade wieder ins Auto steigen als wir am Rande unseres Blickfeldes endlich fanden, was wir suchten: Eine EconoLodge. Bereits der Name versprach ein günstiges Zimmer und tatsächlich wurden wir fündig. Für $90 die Nacht inklusive Frühstück ein fairer Preis. Man muss nämlich einrechnen, dass der Preis auf uns drei aufgeteilt wurde. Die Umrechnung in Euro ergab dann einen Betrag von 20€, womit wir sehr gut leben konnten.
Direkt nach dem Ausladen ging es dann mit dem Auto wieder ins Stadtzentrum. Leider war der angekündigte Sonnenschein nicht wie vorhergesagt mit uns in Madison angekommen und so liefen wir zunächst durch die recht trübe Stadt, bis es dann ganz dunkel wurde. Inzwischen hungrig, kehrten wir in ein Restaurant ein und aßen und tranken bis wir beinahe platzten. Der Schock kam dann, als wir die Rechnung bekamen. 15€ pro Person für ein großes Steak, Pommes, Salat, 1 Liter Cola und einen richtig großen Nachtisch. Es ist nahezu unmöglich hier viel Geld auszugeben. Inzwischen kaum noch fähig zu laufen, verließen wir dann das Restaurant und standen vor unserem ersten Highlight: Madison und das Kapitol (Regierungsgebäude) bei Nacht. Nach einer ausgiebigen Fotoorgie schlenderten wir dann wieder zurück zum Auto und fuhren – warum auch nicht – zum Walmart. Der in Madison war noch ein wenig größer als der in Platteville. Highlight Nummer 2. Dort verbrachten wir fast eine Stunde in der ich mich dazu entschloss, ein nagelneues original USA Monopoly-Spiel zu kaufen für – haltet euch fest – 6,50€. Die Wrangler Marken-Jeans für umgerechnet knapp 10€ haben wir erst mal da gelassen. Wir sind ja noch etwas hier
. Sehr nett war auch, dass wir im amerikanischen Walmart von einem Spanier auf Deutsch angesprochen wurde, wo wir denn herkämen … Kurz gesagt: Wir hatten unseren Spaß!
Am nächsten Morgen ist dann endlich das uns zugesicherte Wetter eingetroffen – warm, Sonne, strahlend blauer Himmel – und so verließen wir das Hotel und machten uns mit den Kameras im Anschlag wieder auf den Weg nach Madison. Bei Sonnenschein machte die Stadtbesichtigung noch mehr Spaß und auch wenn Madison kleiner ist, als erwartet, so hat es dank seiner vielen Seen doch seinen Charme. Als wir dieses Mal am Kapitol vorbei kamen, war es sogar offen und wir konnten einer Führung beiwohnen: Sie war deutlich anders als Führungen, die ich aus Deutschland kenne: Zunächst mal war sie kostenlos. Fotografieren war erlaubt, egal ob mit Blitz oder ohne und vor allem: Es gab fast keine Absperrbänder. Wir saßen auf den Stühlen auf denen sonst die Politiker oder der Senat sitzen. Sehr spannend. Das Kapitol selbst ist aber auch sehr eindrucksvoll. Es ist aus Tonnen von Stein und Marmor. Ein paar Marmorsäulen sind inzwischen sogar unbezahlbar, da es sonst keine Blöcke in dieser Größe mehr gibt. Und wenn ich sage unbezahlbar, dann meine ich nicht nur in Dollar unbezahlbar, sondern sogar in Euro. Ganz nebenbei sind wir übrigens zu dem Ergebnis gekommen, dass es viel schlauer ist, den Marmor zu klauen, als in eine Bank einzubrechen. Das Kapitol ist nämlich fast nicht gesichert. Einfach, wenn die Führerin mal nicht schaut mit der Felx *hui* und schon ist man reich. So ähnlich wie beim Metzger: “Darf es auch ‘ne Scheibe mehr sein?”.
Nach dem Besuch im Kapitol waren wir mal wieder für wenig Geld viel Essen und haben uns dann auf die Heimreise gemacht. Zurück in Platteville ließen wir den Abend ruhig ausklingen, denn am Montag gingt es, wie ja bereits erwähnt, schon wieder richtig los. In der Zwischenzeit haben auch einige der Ausarbeitungen und Hausaufgaben benotet zurück und für uns Deutsche läuft es eigentlich ziemlich gut. Es hat sich daher der Spruch eingebürgert: “Germany: Full points!”. Das absolute Hightlight ist allerdings heute passiert, also wir eine E-Mail von unserem Professor mit folgenden Text bekamen (Achtung: Wörtliches Zitat!): “And your group did an outstanding job on this project!”. So etwas motiviert doch!
Sonstiges und Sinnloses
Zum Schluss noch ein paar lustige Fakten direkt aus dem Leben, die eigentlich nirgendwo hin passen aber dennoch mal erzählt werden sollten:
Orangensaft: Schon seit längerem trinke ich hier jeden Morgen ein Glas O-Saft, um der ungesunden Ernährung ein wenig entgegenzuwirken. Es war gar nicht so leicht einen Orangensaft zu finden, der ohne künstliche Aromen auskommt und 100% Saft ist. Nach einiger Suche in den Kühlregalen (Ja, O-Staft gibt es in den USA nur im Kühlschrank) sind wir dann auf die Marke Minute Maid gestoßen. Wir waren echt zufrieden, bis wir neulich eines morgens auf die Rückseite der Packung sahen: “Made by The Coca Cola Company”. Ich meine, wie bezeichnend ist das denn! Wie gesund kann es in einem Land zugehen, wenn Coca Cola sogar den O-Saft macht? Das spricht doch für sich! Herrlich!
Frühstückscerealien: Und wo wir gerade beim Thema “Frühstück” sind. Schon seit einiger Zeit haben wir ja dem fettigen amerikanischen Frühstück entsagt und kaufen uns Müsli und Cornflakes. Es ist nicht lange her, dass ich beim morgendlichen Mahl einen genaueren Blick auf die Vorderseite der Packung warf. Sie enthielt das Bild einer Schale mit dem Müsli drin und darunter stand: “Enlarged to show detail!”. Also auf Deutsch: “Nicht maßstabsgetreue Abbildung!”. Das hat meinen Entschluss bekräftigt, euch endlich die Wahrheit zu sagen: Ich bin in Wirklichkeit keine 1,90m groß! Ich bin einfach nur: “Enlarged to show detail!”
Quotes of the day:
“Germany: Full Points!”
“Wie viel unbezahlbaren Marmor hätten Sie denn gerne?”
“Ich hätte nicht gedacht, dass Amerika wirklich so amerikanisch ist!”
“Enlarged to show detail!”
Ein zweitägiger Trip braucht auch zwei Seiten Bilder …
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10. Oktober 2009
Noch zwei Kleinigkeiten!
Ziemlich direkt nach meinem letzten Eintrag vor 3 Stunden haben wir uns auch schon wieder auf den Weg ins Platteviller Umland gemacht, da dort ein weiteres visuelles Spektakel stattfinden sollte. Wie bereits einige Wochen zuvor, führte uns unsere Reise an das größte ‘M’ der Welt, diesmal allerdings bei Nacht. Zur Feier des Homecomings wurde das ‘M’ erleuchtet und es gab ein nettes Feuerwerk. Die Bilder sprechen wohl für sich. Viel Spaß damit!
Und noch etwas, dass ich vergessen habe: Bereits heute Mittag hat Professor Clifton unsere Computer Graphics Resultate per Mail verschickt. Da er in letzter Zeit recht viele Mails an uns versendet, sind Jan und ich dazu übergegangen uns neue E-Mails von ihm nur noch per “You’ve been Cliftonized!” anzukündigen. Das viele Lernen für den Test hat sich übrigens gelohnt!
Quote of the day:
“You’ve been Cliftonized!”
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10. Oktober 2009
Über 12.000 Dollar für Homecoming …
Ja, ihr wisst ja schon, “Geld spielt keine Rolle” und so ist es wohl auch kein Wunder, dass die Universität etwa 12.000 Dollar für die Homecoming Woche ausgegeben hat. Für alle, die es noch nicht wissen: Homecoming ist die Woche im Jahr, in der Alumni (=ehemalige Absolventen) und andere Studenten wieder an ihre Universität oder ihr College zurückkehren. Auch das Football-Team kehrt nach ein paar Auswärtsspielen wieder heim und hat am Homecoming Wochenende ein Heimspiel. Die Sache ist ein richtiges Highlight hier, deshalb wird auch viel Geld in die Hand genommen. Genau genommen ist es aber gar nicht so viel Geld … *rechen* … Es sind in etwa die Studiengebühren von 2 Studenten.
Nun, wie auch immer. Diese Woche war also Homecoming und der ganze Campus spielte verrückt. Ganz dem amerikanischen Geist folgend, gab es wieder Preise zu gewinnen und Punkte zu sammeln. Dementsprechend waren alle auf den Beinen, haben Plakate gemalt, Häuser geschmückt und, und, und. Leider hatten wir die ganze Woche viel zu tun. Stefan hatte am Donnerstag eine Klausur in “International Marketing” und wir anderen drei am Freitag eine in “Computer Graphics”. Da am Mittwoch dann auch noch ein Quiz in “Software Quality” zu absolvieren war, konnten wir uns nicht viel von den Aktivitäten ansehen. Da auch am Wochenende einiges zu tun war, stellten wir uns schon darauf ein, überhaupt nichts vom Homecoming mitzubekommen. Doch es sollte anders kommen… ganz anders:
Vor dem Computer Graphics Test haben Jan, Andreas und ich bis spät in die Nacht gelernt. Hundemüde fielen wir ins Bett und standen am nächsten Morgen früh auf, um vor dem Test noch mal alles durchzugehen. Nach dem Test stand eine weitere Vorlesung, ein Projekttreffen und ein Besuch im Walmart auf dem Programm, sodass wir auch mittags nicht zum Schlafen kamen. Derzeit störte uns das noch nicht, denn es ging ja auf das Wochenende zu und am Samstag würden wir ja ein wenig länger im Bett bleiben können. Die für Samstag angesetzte Parade durch Platteville wollten wir uns zwar ansehen, die sollte aber erst um 10 Uhr sein, also kein Problem – selbst für Studenten nicht!
Auf Basis dieser Planung beschlossen wir dann am Freitag Abend noch Wäsche zu waschen, was bis etwa 24 Uhr dauern sollte. Kurz nach Mitternacht stand ich also wieder mit sauberer Wäsche in meinem Zimmer, um mein Bett mit den frisch gewaschenen Laken zu beziehen, als die Ereignisse eine unerwartete Wendung nahmen: Bereits einige Tage vorher wurde uns angeboten, mit den anderen internationalen Studenten ein Float (=Festzugswagen) zu bauen und damit aktiv an der Homecoming-Parade teilzunehmen. Wir hatten sogar erwogen, dies zu machen, aber dann lies es unser enger Zeitplan nicht zu. Damit war die Sache für uns abgehakt, bis eben zu jenem Freitag, als ich gerade mein frisches, duftendes Bett besteigen wollte. Plötzlich erhielt ich nämlich einen Anruf von Marcia, der Ansprechpartnerin der internationalen Studenten. Darin ging es um das Float, das noch nicht fertig sei und sie unbedingt helfende Hände gebrauchen könnte. Es war in zwischen Viertel nach 12 und etwa 0° Celsius draußen. Wir zogen uns also wieder an und wanderten in die finstere Nacht hinaus, um das Projekt “Float” zu einem schnellen Ende zu bringen. Nach etwa einer Stunde Arbeit kam dann aber die nächste Hiobsbotschaft auf uns zu: “Für heute sind wir fertig, morgen um 8 Uhr geht es weiter, denn um 9 Uhr wird unser Wagen den Preisrichtern vorgeführt!”. Auf Marcias verzweifelte Frage, ob wir um 8 Uhr dabei wären, dachten wir im Stillen zwar “auf keinen Fall”, antworteten aber pflichtbewusst mit “Ja”.
Nur wenige Stunden unruhigen Schlafes später, klingelte auch schon wieder der Wecker. Wie für uns Deutsche typisch standen wir um Punkt 8 Uhr vor dem Wagen und waren – oh Wunder – die Ersten. Zum Glück trafen, nach dem wir schon einige Minuten am Werkeln waren, dann auch noch die anderen ein und so konnten wir den Wagen noch rechtzeitig fertig bekommen. Die Preisrichter haben ihm sogar den dritten Platz zugesprochen. Laut Marcia das beste Ergebnis, das internationale Studenten je erreicht haben. Da die ganze Parade das Thema “Game show” (=Spielshow) hatte, wurde unser Wagen nach der amerikanischen Show “I Survived a Japanese Game Show” gestaltet und wir sahen alle aus wie kleine japanische Samurai. “The way of the warrior!”. Um die Sinnlosigkeit der Show ein wenig herauszuarbeiten, hatten wir auch noch zwei Männer als Babies verkleidet, die sich auf Dreirädern ein Rennen auf Leben und Tod lieferten. Nach der Parade habe wir dann den Wagen abgebaut, unseren Körper aufgetaut, sind etwas Essen gegangen und haben uns erst mal Schlafen gelegt. Endlich! Zum Footballspiel sind wir nicht gegangen. Nochmal 3 Stunden bei Minusgraden draußen stehen, hätte ich wohl auch nicht verkraftet.
Auch wenn wir in alles eher unabsichtlich hineingeraten sind und am Anfang keinerlei Lust hatten, so hat es am Ende doch echt viel Spaß gemacht. Das Schicksal meinte es gut mit uns!
PS Vielen Dank an alle, die mir Karten, Bilder und Briefe schicken! Ich freue mich immer sehr! Dank euch sieht mein Schreibtisch schon sehr bunt aus und erheitert mich jedes Mal, wenn ich ihn ansehe! Danke auch an alle eifrigen Leser und eure netten Kommentare.
Quote of the day:
“Where’s the baby?”
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5. Oktober 2009
Deutschland hat gewählt!
Es ist soweit. Das Zitat des Monats steht fest und viele von euch haben sich an der Wahl beteiligt. Warum sollte ich den ganzen Spaß auch alleine haben. Sogar Stimmen aus Australien sind eingegangen und so haben wir nun einen Sieger:
“You already paid for it!”
Ich finde das sehr treffenden, denn dieses Zitat ist uns im letzten Monat immer mal wieder begegnet. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es so viele von euch gewählt haben. Für alle, die dieses Mal nicht die Chance hatten zu wählen: Schon in einem Monat suchen wir das nächste Quote of the Month.
Sonst geht es uns gut, auch wenn wir wirklich viel zu tun haben. Jan und ich haben fast das ganze Wochenende damit verbracht unsere Lego-Roboter, die wir für ein Projekt brauchen, zusammenzubauen und einzurichten. Gestern Abend waren wir dann endlich fertig damit und jetzt tun uns die Finger weh. Dennoch war es lustig mal wieder mit Lego zu spielen. Wir saßen auf dem Boden und rings um uns tausende von Teilen. Herrlich! Sogar mein Mitbewohner Corey wollte mitmachen. Das ging natürlich nicht, denn bei dieser hoch-wissenschaftlichen Arbeit konnten wir keine Laien an die Steine lassen.
Da wir am Wochenende aufgrund der Arbeitslast und des schlechten Wetters hauptsächlich drin waren, sind Jan und ich heute mal ein wenig mit dem Auto herumgefahren und haben ein paar Fotos von der Umgebung gemacht. Darüber hinaus hatte Stefan heute Geburtstag. Wie sich das gehört, haben wir ihm natürlich ein passendes Geburtstagsgeschenk gemacht. Ich hoffe mal, er hat sich gefreut. Wir haben vor allem die Verpackung mit ganz viel Liebe ausgesucht.
Noch eine kleine Geschichte, bevor ich mich ins Bett begebe: Hier auf dem Campus finden immer mal wieder Führungen für Nicht-Studenten statt, damit sie sich die Universität mal ansehen können. Ist so eine Art interaktives Marketing, glaube ich. Wie auch immer, es kommt eben ab und an mal vor, dass Touristen über den Campus laufen. Schlimmer noch: In unserem Wohnheim gibt es sogar einen show room, also ein Zimmer zum Vorzeigen. Es ist komplett eingerichtet. Nicht selten kommt es daher vor, dass wir auf dem Weg zum Bad an einer kleinen Menschenschar vorbei kommen. “This is a bed were students can sleep in.”, “Over here you see a fridge were students cool their beer.” und “This desk can be used to study.”. Natürlich schauen sich die Besucher nicht nur die Zimmer an, sondern auch die Vorlesungssäle. Vielleicht haben diese genau zu diesem Zweck zum Flur hin mehrere Glasscheiben. Naja, jedenfalls hat einer der Professoren jetzt beschlossen, dass wir jedes Mal winken müssen, wenn wieder eine Gruppe vorbei kommt, um einen guten Eindruck zu machen. Und genau das machen wir jetzt auch immer brav. Unterm Strich bin ich mir allerdings nicht wirklich sicher, ob es nicht einen eher abschreckenden Eindruck macht, wenn 30 Studenten sich synchron auf ihrem Stuhl zur Seite drehen, apathisch lachend winken und sich dann nach 20 Sekunden wieder zurück drehen, als wäre nichts passiert. Muss mir das ganze wohl mal von draußen ansehen. Wenn ich hier fertig bin, habe ich zwar keine Ahnung von Software Quality, aber stupide winken, das kann ich dann!
PS Ich habe wieder ein paar Fragen in der Q&A-Sektion beantwortet!
Quote of the day:
“Everybody, let’s get ready to wave!”
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1. Oktober 2009
Als die Deutschen noch mexikanisch kochten …
Auch wenn unter der Woche nicht so viel passiert, will ich doch mal wieder einen kleinen Abriss von dem geben, was sich seit dem letzten Eintrag so ereignet hat:
Nachdem wir am Sonntag vom Mississippi (unglaublich übrigens, wie man aus so wenigen unterschiedlichen Buchstaben ein so langes Wort machen kann) zurück waren, haben wir uns ziemlich bald in die Küche verzogen, um ein improvisiertes Chili con Carne zu kochen. Dazu hatten wir bereits am Samstag im Aldi Süd (ja, nicht Walmart sondern wirklich ein echter Aldi) eine ganze Menge Zutaten gekauft. Das einzige Problem war, dass wir nicht richtig gelesen haben und so hatten wir statt Mais Maisbrei und statt Tomatenmark ganze Tomatenstücke. Das tolle an einem Chili ist natürlich, dass die Zutaten ohnehin bis zur Unkenntlichkeit verkocht werden und so war das Ergebnis dann doch durchaus genießbar. Wegen meines Schnupfens war meine Nase ziemlich zu und ich habe nichts geschmeckt, aber mir wurde versichert, es sei lecker gewesen.
Am Dienstag war ich dann beim Friseur. Das war eine spannende Erfahrung. Während ich in Deutschland jetzt schon weit über 10 Jahre zur selben Frisur-Artistin gehe, die mir die Wünsche schon von den Augen abliest, musste ich hier einer völlig Fremden in einer anderen Sprachen erklären, wie ich am Ende der Prozedur gerne aussehen wollte: Zunächst habe ich mit viel Liebe zum Detail bestimmten Kopfregionen Millimeterangaben zugewiesen und einige Übergangszonen definiert. Das erschreckende Ergebnis: Mit Millimetern kenne sie sich nicht so gut aus und ob es nicht auch in Zoll ginge. Frustriert wiederholte ich die Prozedur in Zoll, was uns aber auch nicht wirklich weiter brachte. Am Ende einigten wir uns auf “Same cut, just shorter” (Selber Schnitt, einfach nur kürzer) und dann ging es auch schon los. Nach einiger Zeit hielt sie dann inne und schaute mich fragen an, was ich dann mit einem “Nice, but even shorter” (Gut, aber noch kürzer) kommentierte. Nach einigen Iterationen dieser Art kamen wir dann zu einem akzeptablen Ergebnis, dass die Frieseurin mit “The difference between a good and a bad haircut is just three days” kommentierte. Wie auch immer, ich bin zufrieden und gehe das nächste Mal wieder zu Sarah! Sehr schön fand ich übrigens auch, dass man hier während dem Schneiden ab und zu mal um 90° gedreht wird. So konnte ich nicht nur in den Spiegel (mich kenne ich ja schon) sondern auch mal auf die Straße sehen. Ob das jetzt eine Aufmerksamkeit von Sarah war oder ob das Kabel vom Rasierapparat nicht weit genug reichte, ich fand es sehr schön!
Am Mittwoch passierten dann gleich mehrere Dinge. Zunächst mal fanden wir heraus, dass in Wisconsin alle Strafen und Vergehen, die hier begangen werden, in einem öffentlich zugänglichen System abgespeichert werden. Und wenn ich sage alle, dann meine ich alle: Man kann nachschauen, wann sein Nachbar das letzte Mal zu schnell gefahren ist oder wie oft der Chef schon falsch geparkt hat und wie teuer das für ihn war. James, im Zimmer gegenüber, ist z.B. schon zwei Mal ohne Sicherheitsgurt gefahren. Von Datenschutz keine Spur. Wir haben auch gleich mal unsere Professoren im System gesucht, aber die waren soweit sauber. Müssen wir uns die 1.0 wohl doch ehrlich verdienen.
Am Mittag hatte sich dann ein Prediger/Missionar auf den Campus verirrt und ein etwas erhöht stehendes Denkmal erklommen. Von dort brüllte er, mit einem Kruzifix fuchtelnd, christliche Botschaften herunter. “Gott hates gays” (Gott hasst Homosexuelle) usw. Entsprechende Plakate hatte er auch dabei. “You are all doomed!” (Ihr seit alle verdammt). Kurz nach seinem erscheinen bildetet sich eine Menschenmenge um das Denkmal und eilig herbeigeeilte Homosexuelle entrollten kurzerhand eine Regenbogen-Fahne und begannen den Mann anzuschreien. Wieder andere zückten ihre Bibeln und begannen ihn zu widerlegen. Das absolute Chaos, aber unheimlich unterhaltsam. Die Theologie, die der Mann vertrat, war allerdings eher daneben.
Nach den Strapazen der letzten Tage, schien es uns dann am Mittwoch Abend angebracht mal ein wenig zu entspannen, bevor wir uns schon wieder in die Vorbereitungen für das Quiz am Donnerstag stürzten. Wir schlossen uns daher einigen Studenten von meinem Flur an, die gerade auf dem Weg zu einer Runde Disc Golf waren. Disc Golf ist ähnlich normalem Golf, nur das kein Ball geschlagen, sondern eine Frisbee geworfen wird. Wer in den wenigsten Würfen alle “Löcher” absolviert, gewinnt. Wie beim Golf spielt man Berg auf und ab, durch den Wald und über Wiesen. Wo man beim echten Golf seinen Schläger wechselt, spielt man beim Disc Golf einfach mit einer anderen Frisbee weiter, denn man kann ja schlecht seinen Arm austauschen. Es hat viel Spaß gemacht, auch wenn uns noch einiges an Übung fehlt.
Damit sind wir auch schon am Ende unseres heutigen Berichts angekommen und ich verbleibe mit der nochmaligen Erinnerung: Bitte gehen Sie wählen! Wer noch nicht für das Zitat des Monats abgestimmt hat, sollte das schnell machen. Wenn ich mich das nächste Mal melde, wird der Gewinner gekürt.
Quote of the day
“The difference between a good and a bad haircut is just three days.”
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27. September 2009
Mississippi River und Quote of the Month
Auch wenn ich dieses Wochenende gesundheitlich ein wenig angeschlagen bin, wollte ich es mir dennoch nicht nehmen lassen, meine deutschen Kommilitonen nach Dubuque an den Mississippi Fluss zu begleiten. Er war sehr schön. Bilder habe ich dem Post angehängt.
Nun aber zu etwas Wichtigem: Es ist ja das Wochenende der Wahlen und auch wenn ihr in Deutschland schon gewählt habe, so steht die Wichtigste Wahl erst noch an: Und zwar die Wahl zum Quote of the Month – dem Zitat des Monats. Also, bitte stimmt fleißig ab, indem ihr entweder hier klickt oder oben im Menü “Quote of the Month” auswählt. Vielen Dank fürs Mittmachen!
Ich habe die Umfrage heute schon gestartet, weil ich diese Woche bestimmt nicht mehr zum Schreiben kommen. Heute Abend startet nämlich die neue Simpsons-Staffel und nächste Woche haben wir schon wieder zwei Abgaben und zwei mal ein Quiz.
Quote of the day
“Der fällt schon nicht rein, der hat wieder seine Grip-Flops an!”
Kategorien: Allgemeines